Wie geht Produktentwicklung für das Internet der Dinge? Teil 2

by Sibylle Stromeyer
Tags: IoT , Digital Transformation

Kunden wollen keine Produkte. Sie wollen, dass Jobs für sie erledigt werden. Sie wollen mehr Zeit, mehr Sicherheit, mehr Convenience - und Sensortechnologie macht’s möglich. Mit Hilfe der Wertepyramide finden Sie heraus, ob Sie mit Ihrer Idee auf dem richtigen Weg sind. Wie das geht, zeigen wir am Beispiel «Johanna und die Waschmaschine».

Geschätzte Lesedauer: 6 Minuten

Wäscheleine Die Waschmaschine der Zukunft verfügt über WLAN. Bei den Wäscheleinen könnte es noch etwas länger dauern. (Foto: pexels.com)

In diesem Artikel stellen wir Ihnen eine Methodik vor, mit der Sie Ihre Idee für eine Smart Solution dahingehend beurteilen können, ob sie die Bedürfnisse der Nutzer, die Sie ansprechen wollen, erfüllt. In unserem kostenlosen Innovations-Workshop spielen wir das Vorgehen anhand eines praktischen Beispiels durch; alle Infos dazu finden Sie am Schluss dieses Artikels.

Sensortechnologie soll Kunden glücklich machen

Mittels Sensortechnologie lassen sich Jobs einfach und effizient erledigen. Das macht Kunden glücklich - und darauf kommt es an, wenn Sie Smart Engineering erfolgreich nutzen wollen. Denn Kunden wollen keine Produkte: Sie wollen, dass Jobs für sie erledigt werden. Sie wünschen sich zum Beispiel Entlastung, mehr Zeit für sich oder mehr Sicherheit.

Ob Ihre Kunden von einem Produkt, einer Dienstleistung oder der Idee dahinter überzeugt sind, hängt davon ab, wie sehr diese mit ihrem Werte-Empfinden überein stimmt. Je höher der emotionale Wert der Idee, desto grösser ist das positive Erlebnis beim Kunden.

Wir nutzen dafür eine Wertepyramide, die ähnlich der Maslowschen Bedürfnishierarchie aufgebaut ist. Sie bildet das Werte-Empfinden auf drei Ebenen ab:

  1. Funktionale Ebene: Wie wir bei der Erledigung unserer Aufgaben unterstützt werden
  2. Emotionale Ebene: Wie wir uns bei der Verwendung des Produkts fühlen
  3. Lebensveränderung: Soziale Werte wie Zugehörigkeit und Einbindung, Hoffnung, Selbstverwirklichung usw.

Wertepyradmie Hier können Sie die Grafik «Wertepyramide» als PDF herunterladen.

Kernaussage mit Hilfe der Wertepyramide formulieren

Mit Hilfe der Wertepyramide lässt sich eine Kernaussage konkret und präzis formulieren. Die Pyramide beschreibt Bedürfnisse und Motivationen in einer hierarchischen Struktur. Je höher der Wert, den die Idee aus dieser Pyramide generieren kann, desto höher der Wert gemäss Wahrnehmung des Kunden. Oder anders formuliert: Je höher der Wert, den Ihre Idee in der Pyramide generieren kann, desto höher ist der Nutzen, den Ihre Idee für den Kunden hat und entsprechend auch der Wert aus Sicht des Kunden.

Wichtig: Die Pyramide selbst enthält keine Lösung: Sie soll nur den Wert der Idee klar erkennbar machen.

Sie haben eine Idee und möchten sie testen? Dann tun Sie das erst einmal auf Basis folgender Fragen:

  1. Wer ist mein User? Wählen Sie die Person aus, die aus Ihrer Sicht die wichtigste Ansprechperson ist und erstellen sie ein kurzes Profil.
  2. Welche Rolle hat diese Person? Wählen Sie die Funktion aus, die diese Person innehat.
  3. Welches Bedürfnis hat diese Person? Wählen Sie aus der Bedürfnispyramide aus den drei Ebenen die passenden Werte (emotional, funktional, Lebensveränderung).
  4. Was stört diese Person? Was ärgert sie am meisten? Prüfen Sie anhand des genannten «Ärgernisses», ob die oben genannten Bedürfnisse übereinstimmen. *
  5. Welches Ziel möchte die Person erreichen? Wählen Sie aus der Bedürfnispyramide die entsprechenden Werte.
  6. Welche Schritte (3 bis max. 5) muss die Person unternehmen, um zum Ziel zu gelangen? Beschreiben sie kurz diesen Prozess.
  7. Welche Werte werden erschaffen? Erstellen Sie eine Liste der Werte anhand der Bedürfnispyramide, mit denen dieser Anwendungsfall erweitert werden kann.

Ihr nächster Schritt ist das Ausformulieren der Kernaussage. Sie hilft Ihnen sicherzustellen, dass ein relevantes Bedürfnis und der damit verbundene Wert, den Ihre Idee für den Kunden hat, auch wirklich erkannt wurden.

Soweit die graue Theorie. Jetzt wird es praktisch: Wir haben uns für Sie ein einfaches Beispiel aus dem Alltag ausgedacht. In unserem Beispiel geht es um Johanna und die Waschmaschine, ein konkreter Anwendungsfall, den wir im Workshop gemeinsam durchspielen. Und das geht so:

Wer ist mein User? Johanna, 29 Jahre, verheiratet, berufstätig mit Kind

Welche Rolle hat Johanna? Benutzerin der Waschmaschine

Welche Bedürfnisse hat Johanna? Sie wünscht sich Entlastung und mehr Zeit

Was stört Johanna? Dass sie für das Waschen zu viel Zeit braucht

Welche Ziele möchte Johanna erreichen? Sie will dank besserer Organisation Zeit sparen und Entlastung im Haushalt erfahren

Welche Schritte muss Johanna unternehmen, um ihr Ziel (= Zeit sparen) zu erreichen?

  1. Zeitpunkt finden
  2. Eintragen
  3. Maschine befüllen
  4. Benachrichtigung, wenn fertig

Ergebnis: Johanna, 29 Jahre, verheiratet, berufstätig mit Kind, wünscht sich als Benutzerin der Waschmaschine Entlastung, um Zeit zu sparen.

Und nun fragen Sie sich: Was wäre, wenn alle Schritte vom Zeitpunkt finden (Waschplan) bis zur Entnahme der Wäsche durch die Waschmaschine ausgeführt werden? Oder würde es Johanna schon reichen, wenn sie Unterstützung bei den Punkten 1, 2 und 4 erhielte?

Neben dem funktionalen Wert der Zeitersparnis erhält Johanna auf der emotionalen Ebene einen Gegenwert in Form von Unterstützung (nimmt Sorgen und belohnt), auf dem der Anwendungsfall weiter aufgebaut werden kann. Im Bereich der Lebensveränderung ist der Nutzen für diesen Anwendungsfall eher gering.

Jetzt können Sie priorisieren und entscheiden, in welche Richtung sie Ihre Idee weiterentwickeln möchten. Wichtig dabei ist, dass Jobs immer in einem bestimmten Kontext ausgeübt werden - und dieser Kontext ist beispielsweise im Urlaub ein ganz anderer als während der Arbeit.

Und was unsere Waschmaschine betrifft: In Zukunft werden Waschmaschinen über WLAN verfügen. Das heisst, Sie können mit ihnen über eine grössere Distanz hinweg kommunizieren. Die Waschmaschine erfüllt nicht mehr nur die Funktion «Waschen»: Sie wird zum Coach und Partner, zum Beispiel auf dem Mobile.

Der Innovations-Workshop by BeCompany: Produktentwicklung für das Internet der Dinge

Für Product Manager, Business Development Manager, Start Ups und andere Interessierte bieten wir kostenlos einen zirka einstündigen Innovations-Workshop im Bereich Produktestrategie bzw. Produktentwicklung für das Internet der Dinge an. Sie bringen Ihre Idee mit, und wir schauen, was wir daraus machen können. Sie können eine bestehende Idee prüfen, sich neuen Input dazu holen oder auch Anregungen für Ideen überhaupt erhalten.

Im Workshop stellen wir Ihnen unser Expertenwissen und unsere Erfahrung in der Anwendung von Smart Engineering zur Verfügung. Gemeinsam suchen wir nach einer Lösung, die auch Emotionen weckt. Und das geht so:

  1. Sie stellen Ihre Firma, Ihr Produkt oder Ihre Idee vor (15 Minuten Pitch).
  2. Wir stellen während 15 Minuten Fragen dazu.
  3. Wir mappen die Idee gemeinsam in das Werte-Framework, bewerten das Resultat und definieren einen Ansatz für das weitere Vorgehen.

Am Ende des Workshops haben Sie

  • einen Use Case
  • eine Kernaussage mit Kernwerten
  • einen Ansatz für das weitere Vorgehen

Vereinbaren Sie jetzt einen Termin für Ihren Workshop! Sibylle Stromeyer freut sich auf Ihre Mail oder Ihren Anruf und beantwortet gerne Ihre Fragen: sibylle.stromeyer(at)becompany.ch

Quellen

Wir sind BeCompany

Wir entwickeln individuelle Internet-of-Things-Projekte für Kunden aus allen Branchen – unglaublich schnell und flexibel. Wir helfen Ihnen, Ihr Produkt durch Vernetzung von Menschen, Prozessen, Daten und Dingen mit einer neuen Welt zu verbinden. Dabei setzen wir auf Cutting-Edge-Technologien, fundierte Methoden, langjährige Branchenkenntnisse und gesunden Menschenverstand.