«Smart Connect»: Wenn die Schneefräse mit dem Smartphone

by Sibylle Stromeyer
Tags: IoT , Connected Devices , Digital Transformation

An der Connecta 2017 in Bern fand unsere Präsentation über «Smart Connect» ein interessiertes Publikum. In diesem Beitrag zeigen wir auf, warum Marketing-Fachleute im Zeitalter von Industrie 4.0 über Connected Devices mehr nachdenken sollten – und wie viel leichter unser Leben wird, wenn die Schneefräse mit dem Smartphone kommuniziert.

Geschätzte Lesedauer: 6 Minuten

Verschneite Hütten «Und wo ist jetzt die Schneefräse?» Connected Devices machen uns das Leben leichter. (Foto: pexels.com)

Ich freue mich auf den Winter, vor allem dann, wenn ich das Ferienhaus meiner Freunde in den Bergen nutzen darf. Spätestens wenn ich 30 Zentimeter Schnee in der Einfahrt habe, merke ich, dass ich alles über den Betrieb der Schneefräse vergessen habe und nicht mehr weiss, wo die Betriebsanleitung liegt.

Ich könnte mich jetzt raus reden und sagen, körperliche Arbeit tut gut, und die Schneeschaufel nehmen. Aber mir fällt auf, dass es mir mit der Heizung ähnlich ergeht und ich im Frühjahr genauso verloren vor meinem Rasenmäher stehe. Ich stelle fest, dass ich mich nicht erinnern kann, welche Schritte ich jetzt ausführen muss, damit ich guten Gewissens das Gerät starten kann.

Sprich mit mir, Schneefräse!

Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn die Schneefräse mit meinem Mobile verbunden wäre. Wie dies meine missliche Situation verbessern würde und welch befreiende Wirkung es auf mich hätte. Die Schneefräse könnte meinen Freunden sozusagen selbstständig eine SMS schicken und sie daran erinnern, wann sie gewartet werden sollte. Oder ihnen mitteilen, dass der Tank leer ist, damit ich nicht wieder den Sprit besorgen muss. Könnte sie nicht auch mit einer Wetter-App verbunden sein und mich vor Ort rechtzeitig informieren, wenn es nachts schneit? Dann weiss ich, dass ich am Morgen früher aufstehen muss. Und könnte sie mich auch darüber informieren, wo sie sich befindet? Dann müsste ich sie nicht immer suchen, wenn ich mal wieder vergessen habe, in welchem Schuppen oder Keller sie steht.

Wir bewerten die Dinge nicht nur danach, wie hoch der physische Nutzen ist. Es geht auch um das Gefühl, das die Nutzung bei uns hinterlässt.

Wenn ich vor der Schneefräse stehe und erleichtert feststelle, dass sie genug Sprit hat, habe ich ein neues Problem: Weil ich sie so selten brauche, habe ich vergessen, wie sie funktioniert. Wäre es nicht fantastisch, wenn ich jetzt einfach mein Mobile zücken, auf die Schneefräse richten und der Step-by-step-Anleitung folgen könnte, die nun auf meinem Display erscheint? Wie viel angenehmer wäre mein Leben, wenn ich über all diese Dinge nicht mehr nachdenken müsste und stressfrei meine Winterferien geniessen könnte!

Die Welt vernetzt sich, dauerhaft

Die Welt wird immer mehr zu einem vernetzten Ort. Es wäre fatal anzunehmen, dass dies nur ein Trend ist. Es ist ein Bedürfnis: Wir wollen nicht viel Energie aufwenden, und wir bewerten die Dinge nicht nur danach, wie hoch der physische Nutzen ist. Es geht auch um das Gefühl, das die Nutzung bei uns hinterlässt.

Aus technischer Sicht sind die Mittel dazu bereits vorhanden. Sinkende Kosten für Sensoren, geringere Prozessorkosten und geringere Kosten für die Nutzung der Bandbreiten bei der Übertragung machen es möglich. Es gibt nur noch wenige Orte, wo ich nicht meine E-Mails und meine Social-Media-Accounts bearbeiten kann. Neu ist aber, dass der Sensor den Menschen bei der Dateneingabe ersetzt.

Plötzlich ist unsere Erlebniswelt aktuell, sie begleitet uns permanent und informiert uns nur dann, wenn es relevant ist.

Kommunikation mit Kunden ist immer mehr datengetrieben

Ein Sensor ist ein selbstständiger Computer in Miniaturform. Er misst den Verbrauch, die Nutzung und und vieles mehr. Die Daten werden aggregiert und auf situative Relevanz ausgewertet. Damit wird plötzlich der Kontext erkennbar, in dem sich mein Kunde befindet.

Es entsteht eine One-to-one-Kommunikation, die eine situative Relevanz hat, in der ich gezielt und ohne Streuung einen «Smarten Service» anbiete. Damit lässt sich ein Maximum an Convenience erreichen und eine unschlagbare Wirkung erzielen. Plötzlich ist unsere Erlebniswelt aktuell, sie begleitet uns permanent und informiert uns nur dann, wenn es relevant ist. Die vielen mühsamen Schritte, die vorher notwendig waren, entfallen.

Sensoren und RFID-Tags reduzieren unsere Stresspunkte und unterstützen den Benutzer ohne aufzufallen und abzulenken. Es ist schwer vorstellbar, dass wir diese Vereinfachung im täglichen Leben nicht zu unserem Vorteil nutzen werden. Die heutige Technologie erlaubt es uns, das Gesamterlebnis weiter zu optimieren und damit die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.

Einzelne Produkte werden zu einem Gesamterlebnis verbunden

Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem Supermarkt. Durch die Sensortechnologie werden einzelne Produkte zu einem Gesamterlebnis verbunden. Plötzlich ist es einfach, alle Produkte für Ihr Gericht oder Ihre Diät einzukaufen. Sie vergessen nichts, verirren sich nicht zwischen den Regalen, brauchen nicht anzustehen und erhalten die richtige Grösse. Schliesslich verlassen Sie mit Ihrer Tasche den Laden, und alle Produkte werden automatisch registriert, von Ihnen bestätigt und abgebucht.

Die Welt funktioniert nicht mehr als linearer Prozess. Sie wird zu einem vernetzten Ort. Das Internet der Dinge erfasst alle Informationen und bewertet sie in der Interaktion mit dem Nutzer und der Umwelt. Dies ermöglicht dem Prozess eine intelligente Anpassung an einen Kontext und eine anspruchsvolle One-to-one-Beziehung.

SmartPilot von Ypsomed hilft Patienten im Alltag

Das Beispiel mit der Schneefräse ist eine vereinfachte Illustration dessen, wie Connectivity sich auf das tägliche Leben auswirken kann. Am Beispiel des Prototypen SmartPilot von Ypsomed lässt sich aber leicht erkennen, wie wir das Leben von Patienten nachhaltig verbessern können. Die Verwendung der Sensorik im Pen, der mit dem Smartphone verbunden ist, hat einen hohen therapeutischen Wert und senkt die Risiken einer fehlerhaften Insulin-Injektion. Die korrekte Ausführung der einzelnen Therapie-Schritte wird über den gesamten Prozess der Applikation überwacht, und der Patient erhält nach Abschluss der Verabreichung ein Feedback in Echtzeit.

Durch die Vernetzung erhält der Arzt direkt Einsicht in die Patientendaten, kann die Wirksamkeit überprüfen und die Therapie entsprechend anpassen.

Pharmaunternehmen haben nun plötzlich eine direkte therapeutische Beziehung zum Patienten - das ist einmalig. Sie unterstützen den Patienten während der Verabreichung im häuslichen Umfeld und überwachen die einzelnen Therapieschritte. Damit wird Fehlverhalten ausgeschlossen. Daraus resultiert nicht nur eine verbesserte Kontrolle, sondern auch eine Reduktion der Kosten bei der Durchführung, für die es keine Pflegeperson braucht. Durch die Vernetzung erhält der Arzt direkt Einsicht in die Patientendaten, kann die Wirksamkeit überprüfen und die Therapie entsprechend anpassen.

Wie lässt sich dieser Anwendungsfall auf andere übertragen? Als Business Development Manager, Produktentwickler oder als Marketing Manager sollten Sie sich diese Frage stellen. Intelligente Verbindungen von physischen Objekten können einen Wirksamkeitsnachweis schaffen, der bisher nicht möglich war. Das lässt aufhorchen.

Die Liste der Anwendungsmöglichkeiten ist lang und schliesst sämtliche Industrien ein. Die Integration von Sensorik in miniaturisierter Form und zu geringen Kosten gestaltet völlig neue Services und Geschäftsmöglichkeiten – bis hin zu Systemen, die vorausschauende Entscheidungen treffen können. Darin liegt ein gewaltiges Potenzial.

Wir unterstützen Sie beim Evaluieren von Möglichkeiten, wie Sie Smart Connectivity für Ihr Geschäft einsetzen können. Zahlreiche Kunden nutzen unsere Workshops als Einstieg in das Internet der Dinge. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie weitere Infos dazu wünschen: sibylle.stromeyer@becompany.ch freut sich auf Ihre Nachricht und beantwortet gerne Ihre Fragen.

Video Produktentwicklung IoT Video zum Thema «Wie geht Produktentwicklung für das Internet der Dinge» auf Vimeo, 1:40 min

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