Smart Health Apps: Gute Medizin für Patienten und Ärzte

by Sibylle Stromeyer
Tags: Digital Transformation , IoT , Mobile , Connected Devices

Eine gut durchdachte Health-App kann für mehr Transparenz, mehr Effizienz und Effektivität in der Therapie sorgen. Das Resultat: Weniger Kosten für alle und echte Entlastung – sowohl für den Patienten wie auch für den Arzt. Was muss eine smarte Health-App können?

Fläschchen aus der Flüssigkeit tropft Health-Apps entlasten Ärzte und unterstützen Patienten, beispielsweise bei der Applikation von Medikamenten. (Photo by Christin Hume on Unsplash)

Geschätzte Lesedauer: 6 Minuten

Der Patient von heute informiert sich. Er verlangt Zugang und Einsicht in seine Diagnosedaten, ein klares Mitspracherecht bei seiner Behandlung und er verlangt einen Wirksamkeitsnachweis. Hintergrund dafür ist einerseits der freie Zugang zu Informationen und andererseits die veränderte Werthaltung dem Arzt und der eigenen Gesundheit gegenüber. Der Patient von heute ist selbstbewusst. Für ihn ist es selbstverständlich, dass er alternative Meinungen einholt und die Behandlung hinterfragt.

Die App entlastet den Arzt, unterstützt den Patienten

Der Patient wünscht sich eine vertrauensvolle Beziehung zu seinem Arzt. Er möchte, dass der Arzt sich zuständig fühlt für die emotionalen und sozialen Probleme, die mit der Krankheit in Verbindung stehen. Der Arzt wiederum kann den Aufwand oftmals nicht leisten – weil er nicht über die psychologischen und kommunikativen Fähigkeiten verfügt oder weil er schlicht keine Zeit dafür hat.

Der Arzt orientiert sich an Zahlen und Fakten. Er weiss, welche Therapien nötig sind und ist sicher, das Richtige zu tun. Medizinische Abläufe sind für ihn Routine. Für den Patienten können es dramatische Ereignisse sein. Er wird in eine neue Lebenssituation geworfen und ist mit Ungewissheit konfrontiert. Das Ungewisse, das für den Arzt normal ist, macht ihm Angst.

Was ist zu tun, damit der Arzt entlastet und der Patient unterstützt wird? Wie kann eine Mobile Health-App (mHealth-App) dabei helfen?

Patienten sind selbstständiger und souveräner dank mHealth-App

Eine smarte App kann das Abhängigkeitsverhältnis vom Patienten zum Arzt mindern. Sie kann dazu beitragen, dass der Patient via App Informationen erhält, die ihm mehr Sicherheit im Umgang mit seiner Krankheit und ihrer Behandlung geben. Er hat Einsicht in seine Daten und kann Verständnis entwickeln.

Die App «organisiert» den Patienten und unterstützt ihn auch dann, wenn die Arztpraxis geschlossen hat. Sie kann einen Überblick darüber enthalten, wo und wann der Benutzer medizinische Termine in verschiedenen Einrichtungen wie Spital, Physio oder Hausarzt geplant hat.

Die App ist der persönliche Coach des Patienten. Er ist rund um die Uhr verfügbar.

Andere nützliche Informationen sind ein Auszug aus der Medikation, eine Anleitung zur Anwendung und eine Benachrichtigung, wann welches Medikament verabreicht werden soll. Auch eine smarte Verbindung, zum Beispiel zwischen Pen (Autoinjektion), sprich der Verabreichung (wie beim Ypsomed Smart Pen), kann dafür sorgen, dass der Patient wichtige Hinweise erhält, zum Beispiel zum Handling oder zum Füllstand.

So kann die App zum persönlichen Coach werden, der rund um die Uhr verfügbar ist. Besonders wertvoll ist diese Unterstützung vor allem bei langwierigen oder chronischen Verläufen.

Wer mitreden kann, wird schneller gesund

Studien weisen darauf hin, dass der Erfolg einer Therapie wesentlich grösser ist, wenn der Patient miteinbezogen wird. Wenn er persönliche Daten erfassen und tracken kann, erkennt er mit einem Blick, wie er in seiner Therapie vorankommt. Das können neben Bewertungen auch Beobachtungen sein, oder auch das Aufzeichnen von Schmerzpunkten.

Was braucht der Patient, um autonomer zu werden und «kompetenter» im Umgang mit seiner gesundheitlichen Situation?

Als erstes braucht er Zugang zu relevanten und aussagekräftigen Informationen über sich selbst, das Krankheitsbild, die Diagnose, den Verlauf und die gewählte Behandlungsmethode. Er möchte möglichst viel Sicherheit im Umgang mit der neuen Situation erlangen, nämlich:

  • Sicherheit, dass die Behandlungsmethode seiner persönlichen Lebenseinstellung und dem neusten Stand der Medizin entspricht und

  • Sicherheit darüber, dass er den besten Arzt hat.

Hat er das Vertrauen aufgebaut, will er seine Beobachtungen teilen und sein Verständnis über seine Krankheit mit einbringen. Dazu benötigt er die entsprechenden Grundlagen, die ihn befähigen, sich am Entscheidungsprozess zu beteiligen.

Austausch und Unterstützung in Echtzeit

Ein Grund, warum Patienten sich oft und gerne in den Social Media oder in Gruppenchats engagieren, ist ihr Bedürfnis nach Austausch in Echtzeit, Verständnis und Unterstützung. Hier finden sie ein Netzwerk von «Gleichgesinnten», die unter Umständen Ähnliches durchmachen wie sie und wissen, wie man sich dabei fühlt oder was einem helfen kann. Hier werden sie gehört und gesehen.

Die mHealth-App ersetzt zwar keine zwischenmenschlichen Kontakte, doch sie fordert den Patienten immer wieder auf, Informationen weiterzugeben, beispielsweise über seine Diät oder Arzttermine. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Manche Patienten schätzen solche Aufforderungen nicht und empfinden sie als Eingriff in ihre Privatsphäre. Es gibt sehr feine Grenzen bezüglich der Art und Weise, wie eine App das Netzwerk der Menschen um den Patienten herum in Anspruch nehmen soll. Diese Grenzen müssen unbedingt beachtet werden.

Moderne MedTech-Geräte liefern Informationen an Ärzte und Patienten

Moderne Technologien ermöglichen den Einsatz neuartiger medizinischer Geräte. Diese liefern nicht nur dem Patienten, sondern auch dem Arzt wichtige Informationen. Sie steuern als wichtige Impulse das Therapiegerät und geben Hinweise auf die Anpassung der Therapie. Die App mit oder ohne smarte Verbindung zum MedTech-Gerät kann digital einen Wirksamkeitsnachweis sicherstellen.

Durch das Tracken der Daten über MedTech-Produkte lassen sich Daten zur Verfügung stellen, die sonst nur über aufwändige Methoden gemessen werden können.

Wie können Unternehmen im aktuellen und zukünftigen Gesundheitsmarkt erfolgreich sein? Der Unternehmer braucht ein ausgeprägtes empathisches oder eben sehr strukturiertes Verständnis der Werte-Ebene des Patienten und des Arztes. Das heisst: Er muss die emotionalen Werte von Menschen verstehen und strukturieren können, damit er daraus ein Muster entwickeln und eine hohe Relevanz bei der Zielgruppe erzeugen kann, über die funktionale Ebene hinaus. Dazu braucht er Daten, die er mit einer situativen Relevanz verknüpfen kann. Diese Daten liefert ihm die mHealth-App.

Effizienter und effektiver kommunizieren

Die Art und Weise, wie Ärzte und Therapeuten in Zukunft mit Patienten interagieren, wird sich aufgrund technologischer Möglichkeiten weiter signifikant verbessern. Wir werden effizienter und effektiver kommunizieren und Informationen austauschen. Durch das Tracken der Daten über MedTech-Produkte wie Autoinjektions-Pens lassen sich Daten zur Verfügung stellen, die sonst nur über aufwändige Methoden gemessen werden können.

Work in progess: ein dynamisches Therapieprofil für Patienten

Wir arbeiten derzeit an der Erstellung eines dynamischen Therapieprofils für Patienten. Es soll uns helfen zu verstehen, was einerseits für Patienten und andererseits für Ärzte und Therapeuten wichtig ist. Menschlicher Kontakt und die automatisch erhobenen Daten bilden dann die Basis für die Anpassung einer Therapie und liefern gleichzeitig den Wirksamkeitsnachweis.

Haben Sie Fragen? Eine Idee oder ein konkretes Projekt, das Sie vorwärts bringen möchten? Möchten Sie mehr über dieses Thema wissen? Kontaktieren Sie mich: sibylle.stromeyer(at)becompany.ch.

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