Warum sich ERP-Systeme ändern müssen - Anforderungen an Industrie Standard 4.0

by Sibylle Stromeyer
Tags: IoT , Digital Transformation

Ein zufällig in der Wirtschaftswoche erschienener Artikel bewegte mich am Jahresende beim Lesen zum Nachdenken. Dort stand, dass Haribo wegen einer Umstellung ihres ERP-Systems in der Weihnachtszeit Lieferschwierigkeiten hatte. Ich erfahre, dass unzählige Firmen in Deutschland von diesem Problem betroffen waren und mag mir nicht ausmalen was dies finanziell bedeutet. Hier erfahren Sie warum sich manchmal Umdenken lohnt und welche Gedanken Sie sich zu Ihrem ERP machen sollten.

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Schluss mit fehlendem Verständnis für Industrie Standard 4.0. Ein generischer zentralisierter Ansatz zahlt sich selten aus.

Im erwähnten Beitrag stolpere ich über den Satz: "Die Software an sich funktioniert, sonst wäre der bekannte ERP-Anbieter nicht so erfolgreich." Als Ursache für das Desaster wird angegeben: Es fehlt das Verständnis auf Seiten der Anwender. Viele wollen ihre alten Prozesse in das System reinzwängen. Es steht der Anspruch im Raum: die Anwender müssten zu Gunsten der generischen Software umdenken und handeln. Diese Denkhaltung ist verantwortungslos und aus Managementsicht schon lange überholt.

Im Industrie Standard 4.0 Zeitalter entstehen durch die Digitalisierung zunehmend Probleme nur allein dadurch, dass immer mehr Daten ins ERP-System fliessen sollen. Dieser Ansatz kostet Sie Zeit, Geld und Nerven.

Was auch immer im Einsatz ist, sei es eine Branchensoftware oder ein generisches ERP-Produkt: In beiden Fällen liegen mal mehr mal weniger monolithische Strukturen vor. Eine monolithische Struktur folgt nicht dem Ansatz einer Gliederung in Teilsysteme oder Komponenten. So sind diese Systeme häufig gebunden an bestimmte Datenformate und proprietäre Schnittstellen (APIs).

Mit dem Anspruch an Vernetzung, der wohl wichtigsten Anforderung aus Industrie 4.0, passt dies nicht zusammen. Unternehmen sind gezwungen Integrationen vorzunehmen und Daten auszutauschen, um alle unternehmensrelevanten Prozesse miteinander zu verbinden. Beispiele für Anpassungen sind vielfältig z.B. an die Auslieferung. Ein Behälter kann heute Informationen wie Zeit, Ort, Temperatur liefern. Dadurch wird erkennbar, ob der Kühlprozess unterbrochen wurde oder nicht. Diese Daten werden über Sensoren ans System gemeldet und müssen verarbeitet werden, um Prozesse in der Qualitätssicherung auslösen zu können.

Monolithischen Strukturen bei ERP-Systemen erweisen sich bei der Integration dieser neuen Anforderungen als äusserst hinderlich und vor allem als hoch riskant. Die Software ist schwer erweiterbar, es kommt zu Nebeneffekten, oft finden Teile des Systems keine Verwendung mehr und belasten die Performanz. Sie stellen für Unternehmen ein extrem hohes Risiko dar und somit das Unternehmen vor ein Dilemma. Smarte Produktinnovationen oder Prozessoptimierungen erscheinen fast nicht umsetzbar. Der Grund: Relevante Informationen entstehen heute aus unterschiedlichsten Quellen in verschiedensten Formaten. Ein integrierendes zentrales-System mit modularem datengetriebenem Ansatz und der Bereitstellung von interaktiven Schnittstellen wäre hier die logische Antwort.

Industrie 4.0 ist smart, vernetzt und setzt auf durchgehende wertschöfende Prozesse.

In den heutigen vernetzten serviceorientierten Systemen erwartet man nicht mehr, dass alle Funktionen im ERP-Systemabgebildet sind, sondern man geht immer häufiger dazu über, Services über APIs (Schnittstellen) zu nutzen. ERP-Systeme fungieren zwar nach wie vor als zentrales System, werden aber massiv „entmüllt“ und redimensioniert. Ihre Aufgabe ist es eine Prozessunterstützung über verschiedene IT-Systeme hinweg zu garantieren. Sie werden auf autonome Prozesse getrimmt, die eine hohe Relevanz für das Unternehmen haben.

Es ist entscheidend, die wertschöpfenden Prozesse in den Vordergrund der geschäftlichen IT-Ausrichtung zu stellen und nicht ein generische ERP-System mit standardisierten Leistungen.

Manch bekannter ERP-Brand sieht sich daher dem Vorwurf ausgesetzt, in Sachen Anpassungen und Datenintegration aus Drittquellen bislang nicht besonders flexibel bei der drahtlosen Vernetzung von Objekten mit dem Internet zu sein.

Mit dem Industrie Standard 4.0 wird es zentral alle Daten und Prozesse in ihrem Unternehmen zu vernetzten, um zeitnah und relevant reagieren zu können. Denn erst durch die vollständige Vernetzung, auch über Firmengrenzen hinweg, können sie nicht nur die eigene Effizienz ihrer Produktion erhöhen, sie können auch die Supply Chain managen und neue Angebote und Geschäftsmodelle kreieren. Um dies leisten zu können, sind moderne Schnittstellentechnologien notwendig, mit der Daten einfach und zuverlässig an andere Systeme übertragen werden können. Klar strukturierte Services, die lose gekoppelt mit einer standardisierten Datenstruktur für die Geschäftsobjekte im Unternehmen definiert werden, erlauben somit eine schnellere und effizientere Integration von Anwendungen.

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