Nur keine Missverständnisse – Industrie 4.0 ist mehr als das Internet der Dinge

by Sibylle Stromeyer
Tags: Industrie Standard 4.0 , IoT , Digitalisierung , Digital Transformation

Das Internet der Dinge (Internet of Things = IoT) gehört aktuell zu den Schlagworten in vielen Unternehmen. In Industrie, Handel und im Dienstleistungssektor gleichermaßen wird intensiv über die neuen Möglichkeiten diskutiert, die sich durch die Vernetzung ergeben. Aber wie passt das IoT eigentlich zu „Industrie 4.0“?

Router mit angeschlossenen Kabeln Foto von pixabay.com via Pexels

Wie bei allen technologischen Errungenschaften der vergangenen Jahre erleben das Internet der Dinge und Industrie 4.0 den sogenannten „Hype-Zyklus“. Ein Blick in Fachmagazine und auf Internetseiten legt die Vermutung nahe, dass IoT sich derzeit dem Gipfel der überzogenen Erwartungen nähert. Ähnlich wie beim Thema Künstliche Intelligenz gibt es offenbar nichts, was die Vernetzung der Dinge nicht lösen könnte. Und die Verfasser von Artikeln und Whitepapern werden nicht müde, immer weitere Geschäftsmodelle und revolutionäre Lösungen zu entwickeln.

Gemeinsam mit der Entwicklung künstlicher Intelligenz gibt es beim Thema IoT eine Verwirrung rund um die verschiedenen Begriffe.

Internet der Dinge und Internet der industriellen Dinge

Eines der einfachsten Beispiele für das IoT, das in den vergangenen Tagen wieder für Schlagzeilen sorgte, ist der „Dash Button“ von Amazon, der den Schweizer Online-Händler Brack zu seinem „Brack Order Button“ inspiriert hat. Der Kunde drückt auf einen Schalter, um automatisiert eine Bestellung eines Verbrauchsartikels beim Händler auszulösen. Brack und Amazon haben die weitere Entwicklung der Bauteile inzwischen eingestellt, wohl auch wegen der limitierten Anwendungsszenarien.

So plastisch die Bestellknöpfe in den Augen der Verbraucher sind, mangelt es nach wie vor an einer griffigen und allgemein gültigen Definition des „Internet der Dinge“.

Es ist aber sicherlich nicht falsch, wenn man im IoT ein eher auf Verbraucher orientiertes Konzept sieht, das die Nutzung von vernetzten Produkten und Geräten im Rahmen der Digitalisierung beschreibt.

Sensoren und Aktoren in Fahrzeugen, Haushaltsgeräten, Unterhaltungselektronik und in vielen anderen Objekten des täglichen Lebens, sammeln Informationen über ihren Gebrauch, die Umgebung oder die Nutzer. Und dieser Ansatz präsentiert sich in der Praxis sehr vielseitig. Elektronische Etiketten am Supermarktregal (ESL) zeigen nicht nur aktuelle Preise und Produktinformationen. Sie können auch als Basis zur Bestandsermittlung sein. Die Sensoren innerhalb eines Pkw setzen Versicherungsgesellschaften in die Lage, „verbrauchsabhängige“ Tarife in der Kfz-Versicherung zu entwickeln.

Um sich hier besser abgrenzen zu können, wird für den Einsatz solcher Bausteine im industriellen Umfeld gern der Begriff des Industrial Internet of Things (IIoT) verwendet. Diese Hilfskonstruktion bietet die Möglichkeit, sich von der Welt der Konsumenten abzugrenzen.

Ziel sind hier eher die Verbesserung der betrieblichen Effizienz, Kostensenkungen in der Produktion, Beschleunigung von Prozessen und die Realisierung neuer Geschäftsmodelle.

Ein für Publikumsmedien eher unscheinbarer Vertreter sind die RFID-Etiketten, die in moderne Paletten integriert werden, aber automatischen Austausch, Wegplanung oder lückenlose Nachvollziehbarkeit der Herkunft mittels Blockchain ermöglicht.

IoT und IIoT gemeinsam ist, dass es hier (noch) an Standards und übergreifende Protokollen mangelt. Das birgt indes auch Risiken wie die Abhängigkeit von Herstellern oder auch Sicherheitslücken.

Industrie 4.0 macht nicht an Fabriktoren halt

Nicht zuletzt geleitet von den Diskussionen und Initiativen in der Bundesrepublik Deutschland ist Industrie 4.0 nicht weniger als eine Absichtserklärung, mit keinem geringeren Ziel, als eine neue industrielle Revolution einzuleiten.

Das zeigt, dass es hier um mehr geht, als um Bauteile und deren Vernetzung. Anders formuliert: Industrie 4.0 macht als Bewegung nicht an den Toren der Produktionsstätten halt. Ja es geht um „intelligente“ und „smarte“ Fabriken, aber auch um die Veränderungen der Arbeitswelt, die sich durch die Vernetzung und Digitalisierung ergeben, zum Beispiel durch den Einsatz von Datenbrillen oder Augmented Reality.

IoT und IIoT sind mit Industrie 4.0 eng verbunden. Unternehmen, die der Ansicht sind, dass die Nutzung von IoT sie gleich in das neue industrielle Zeitalter katapultiert, irren leider.

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